„Hoch lebe das Akkordeon“ – Zwei Konzertabende begeistern in Eisenach & Bad Salzungen

Es war ein musikalisches Wochenende der Superlative: Gleich zwei Akkordeonkonzerte der Musikschule „Johann Sebastian Bach“ Wartburgkreis brachten am Freitag in der Aula des Dr.-Sulzberger-Gymnasiums in Bad Salzungen und am Samstag in der Aula der Freien Waldorfschule Eisenach das Akkordeon in all seinen Facetten zum Klingen.

Rund 80 Akkordeonistinnen und Akkordeonisten – vom Grundschulkind bis zum erfahrenen Erwachsenen-Ensemble – zeigten, warum das Akkordeon im Jahr 2026 zu Recht den Titel „Instrument des Jahres“ trägt.

Feierlicher Auftakt mit Prominenz aus Politik und Musikschule

Sylvia Löchner, Stellvertretende Leiterin der Musikschule und Akkordeonlehrerin, eröffnete beide Abende mit sichtlicher Freude: „Ich freue mich, dass so viele Gäste gekommen sind, um gemeinsam mit uns das Akkordeon zu feiern – ein Instrument, das 2026 zu Recht im Mittelpunkt steht.“

Sie informierte das Publikum über die Bedeutung des Akkordeons als Instrument des Jahres – eine Auszeichnung, die seine Vielseitigkeit zwischen Volksmusik, Klassik, Jazz, Tango und zeitgenössischer Musik würdigt.

Unter den Ehrengästen begrüßte sie in Bad Salzungen Klaus Bohl (Bürgermeister der Kreisstadt Bad Salzungen, Freie Wähler), Udo Schilling (Vize-Landrat, CDU) sowie Musikschulleiterin Stefanie Ihling. Das Publikum dankte mit frenetischem Applaus.

Das Programm im Überblick: Von Barock bis Coldplay

Bad Salzungen am Freitag

Den Auftakt machte das Erwachsenen-Ensemble mit „Barocco“ von Robert van Beringen (Arrangement: Pierre Visar). Es folgten „Deutsche Tänze Nr. 1 und 5“ von Hans Luck, vorgetragen von Julian Veltum und Jonas Veltum am Akkordeon.

Das Akkordeonorchester Kiddy – mit Louise Jung, Malina Fuß, Leya Jackson, Ben Matthews, Lisbeth Hornung, Sophia Hergert, Wilhelm Gottschall, Leo Bittorf, Alma Tschaar, Sophia Marie Hahn, Karina Löffler, Beate Bach (Akkordeon), Meggi Platzdasch (Klavier) sowie Linus-Carl Rathgeber und Jari Leipold-Beck (Drums) – begeisterte mit Robin Schmidts „Playlist“, bestehend aus „Cooler Groove“, „Lieblingslied“ und „Chillig“.

Ein besonderer Höhepunkt: „Vier alte Tänze“ (Bourrée – Menuetto – Pavane – Gigue) von Jan van der Roost, arrangiert von Miriam Mees, vorgetragen von Antonia Pfeiffer (Akkordeon), Martha Schenke (Akkordeon) und Sylvia Löchner (Akkordeon) mit Percussion durch Linus-Carl Rathgeber und Jari Leipold-Beck.

„Vierteljahrhundert Dreiviertler“ von Herbert Pixner erklang mit Mailin Eckert an der Klarinette und Jonathan Engel am Akkordeon.

Es folgte „Libertango“ von Astor Piazzolla – mitreißend interpretiert von Helena Kaffai (Akkordeon), Sylvia Löchner (Akkordeon), Valeria Costescu (Violoncello), Meggi Platzdasch (Klavier) und Jo Fingerhut (Percussion).

Nach der Pause präsentierte das Erwachsenen-Ensemble „Souliotikos“ (Griechenland, 41 v. Chr.) sowie „Biscaya“ von W. Bookwood und H. O’Melley (Arrangement: Heinz Ehme). Es folgte „Tango“ aus „Fresh Air“ von Hans-Günther Kölz.

„Awiglid“ (jiddisch) erklang mit Charlotte Anacker (Klarinette) und Martha Schenke (Akkordeon). Jonathan Engel spielte „Fandango“ von Jenö Takac, bevor Tobias Morgensterns „Jazz Ballata“ das Programm bereicherte.

Den Abschluss des ersten Abends bildeten das Akkordeonorchester Teens mit „Let it go“ aus „Frozen“ von Robert Lopez und Kristen Anderson-Lopez (Arrangement: Ralf Schwarzien) sowie „Viva la Vida“ von Coldplay (Berryman, Buckland, Champion, Martin, Arrangement: Rudi Braun).

Eisenach am Samstag

Das Programm in Eisenach begann identisch mit „Barocco“ (Erwachsenen-Ensemble) und den „Deutschen Tänzen Nr. 1 und 5“ von Julian Veltum und Jonas Veltum.

Das Akkordeonorchester Kiddy wiederholte seine erfolgreiche „Playlist“, gefolgt von „Vier alte Tänze“ in derselben Besetzung. „Vierteljahrhundert Dreiviertler“ mit Mailin Eckert und Jonathan Engel rundete den ersten Teil ab.

Ein besonderes Highlight in Eisenach war das Jugendsinfonieorchester unter der Leitung von Henrike Spittel mit zwei Sätzen aus Yann Tiersens „Suite d‘Amélie“: „J‘y suis jamais allé“ und „La Valse d‘Amélie“ (Arrangement: Johan de Wit).

Nach der Pause folgten „Souliotikos“, „Biscaya“, „Tango“ aus „Fresh Air“, „Awiglid“ (Charlotte Anacker, Martha Schenke), „Fandango“ (Jonathan Engel) sowie „Jazz Ballata“ von Tobias Morgenstern. Den Abschluss bildeten auch hier „Let it go“ und „Viva la Vida“ durch das Akkordeonorchester Teens.

Beate Bach, Akkordeonlehrerin und Fachbereichsverantwortliche, nutzte den Abend für eine erfreuliche Mitteilung: „Jonas und Julian Veltum haben den Wartburgkreis in der Kategorie Akkordeon / Kammermusik beim Regionalwettbewerb Thüringen "Jugend musiziert" vertreten und dort einen 1. Preis in ihrer Altersgruppe erspielt. Das ist eine großartige Leistung!“

Musikschulleiterin Stefanie Ihling überreichte den beiden Akkordeonisten stellvertretend für die Musikschule und den Förderverein schöne Aufmerksamkeiten und gratulierte herzlich.

„Hoch lebe das Akkordeon“ – Leidenschaft, Rhythmus und Tiefe

Beate Bach erinnerte an den 6. Mai als Tag des Akkordeons und betonte: „Gerade auch Erwachsene können das Akkordeonspielen sehr gut und mit viel Freude erlernen – sei es im Einzelunterricht oder gemeinsam im Ensemble.“

Mit dem Erwachsenen-Ensemble zogen die Akkordeonisten ihr Publikum unter anderem mit „Biscaya“ in den Bann. „Leidenschaft, Rhythmus und Tiefe in ihrer Totalität hallten durch den Konzertsaal“, so ein begeisterter Zuhörer.

Jonathan Engel, Bundespreisträger und einer der besten Akkordeonisten seiner Altersgruppe in Deutschland, trug „Jazz Ballata“ ohne Noten im freien Spiel vor – mit souveräner Technik und beeindruckendem Ausdruck.

Blumen für die Lehrkräfte

Verena Bettermann und Edda Ruch würdigten im Namen aller Musikschüler:innen die Akkordeonlehrer:innen der Musikschule Sylvia Löchner, Beate Bach sowie Ingmar Rosenthal und überreichten ihnen zur Anerkennung für ihr herausragendes Engagement Blumensträuße – ein bewegender Moment, der den hohen Stellenwert der pädagogischen Arbeit unterstrich.

Beate Bach und Sylvia Löchner würdigten am Ende der Konzerte das Engagement aller Mitwirkenden, Unterstützern und dankten der Musikschulleiterin Stefanie Ihling, dem Landratsamt, Musikschulsachbearbeiterin Anja Demski sowie den Eltern und Familien für die hervorragende Zusammenarbeit und Unterstützung.

Am Ende sagte Beate Bach „Hoch lebe das Akkordeon!“

Zwei Abende, die bleiben

Die Konzerte am Wochenende zeigten eindrucksvoll, warum das Akkordeon zu Recht Instrument des Jahres ist: Es verbindet Generationen, Stile und Kulturen – und begeistert mit seiner einzigartigen Klangvielfalt. Das Publikum in Bad Salzungen und Eisenach dankte mit stehenden Ovationen.

Mitwirkende:

Große Ensembles:

Akkordeonorchester Kiddy
Akkordeon: Louise Jung, Malina Fuß, Leya Jackson, Ben Matthews, Lisbeth Hornung, Sophia Hergert, Wilhelm Gottschall, Leo Bittorf,
Alma Tschaar, Sophia Marie Hahn, Karina Löffler, Beate Bach
Klavier: Meggi Platzdasch
Drums: Linus-Carl Rathgeber, Jari Leipold-Beck

Akkordeonorchester Teens

Akkordeon: Charlotte Kindermann, Hardy Tschaar, Adriana Grunewald, Antonia Pfeiffer, Anneliese Stein, Gustav Knobloch, Malin Schlegel, Martha Schenke, Karina Löffler, Jonathan Engel, Sylvia Löchner
Gesang: Melissa Kaffai
Klarinette: Mailin Eckert
Klavier: Nele Richter, Jonathan Engel
Gitarre: Henry Deußfeld
Percussion: Linus-Carl Rathgeber, Jari Leipold-Beck
Drumset: Gregor Ihling

Erwachsenen-Ensemble

Akkordeon: Heike Baumbach, Christina Günther-Kindermann, Marion Bommer, Edda Ruch, Verena Bettermann, Doreen Weber, Karsten Müller, Beate Bach, Sylvia Löchner, Ingmar Rosenthal